Verbandstag 2026 - Wechsel des Präsidenten

25.03.2026

Nach 15 Jahren unermüdlichem Einsatz für den BRH Bundesverband Rettungshunde e.V. hat unser bisheriger Präsident Jürgen Schart die Entscheidung getroffen, vom Amt des Präsidenten zurückzutreten. Jürgen Schart hat den Verband während seiner Amtszeit zukunftsfähig gestaltet und einen unverzichtbaren Beitrag zum Erfolg des BRH und des Rettungshundewesens geleistet. Sein Nachfolger Prof. Dr. Henri Paletta, bisher 1. Vizepräsident, fand für die Leistung von Jürgen Schart die richtigen Worte.

Liebe Mitglieder des BRH, liebe Gäste, liebe Leser,

es gibt Momente im Leben eines Verbandes, die ein wenig anders sind als andere. Momente, in denen man merkt:

Heute geht es nicht nur um Tagesordnungspunkte. Nicht nur um Beschlüsse. Nicht nur um Organisation. Heute geht es um einen Menschen.

  • Um einen Menschen, der diesen Verband über viele Jahre geprägt hat.
  • Der Verantwortung übernommen hat.
  • Der Entscheidungen getroffen hat.
  • Und der dabei immer eines im Blick hatte: Das Wohl des BRH.

Lieber Jürgen,

heute verabschieden wir dich aus dem Amt des Präsidenten.

Aber eigentlich verabschieden wir uns heute von einem Kapitel, das du in unserem Verband geschrieben hast. Denn wer den BRH in den letzten Jahren erlebt hat, weiß:

Viele Entwicklungen, viele Entscheidungen und viele Strukturen tragen deine Handschrift.

Und genau deshalb ist dieser Moment heute nicht nur ein formeller Übergang, sondern vor allem eine Gelegenheit, dir zu sagen:

Danke – und zwar von Herzen.

Danke für das, was du aufgebaut hast.

Danke für das Vertrauen, das du uns gegeben hast.

Danke für die Art und Weise, wie du diesen Verband geführt hast.

Mit Ruhe. Mit Klarheit. Und mit einem Blick für das Wesentliche.

Während meiner Zeit als 1. Vizepräsident
durfte ich unglaublich viel von dir lernen. Und oft waren es gar nicht die großen Worte. Es waren die kleinen Hinweise. Die ruhigen Gespräche. Die klaren Entscheidungen.

Manchmal hast du mich gebremst, wenn ich zu schnell wollte. Manchmal hast du mich angeschoben, wenn ich gezögert habe. Und manchmal hast du einfach nur ruhig zugehört.

Was ehrlich gesagt manchmal schon ausgereicht hat, damit ich selbst gemerkt habe, dass meine Idee vielleicht noch etwas Reifezeit braucht.

Manchmal habe ich dich angerufen, weil ich nur eine kurze Frage hatte. Und aus dieser kurzen Frage wurden dann 45 Minuten Jürgen-Kompetenz. Gespräche, in denen ich jedes Mal gemerkt habe:

Du hörst nicht nur zu. Du denkst mit. Du fühlst mit. Und du führst mit.

Du hast mir beigebracht, dass Führung nicht bedeutet, vorne zu stehen. Sondern andere aus dem Hintergrund  stark zu machen. Und genau das hast du getan.

Als aktiver Hundeführer. Als Zugführer. Als Fachberater auf Landes- und Behördenebene. Als Prokurist in unseren Ausbildungszentren. Als Präsident.

Und vor allem: Als Mensch.

Jürgen hat nie allein gewirkt. Er hat Teams stark gemacht. Menschen zusammengebracht. Talente gefördert. Und Vertrauen geschaffen.

Deshalb hat er den BRH nicht nur geführt. Er hat ihn geprägt.

Besonders hervorheben möchte ich deine Arbeit an der neuen Struktur und an der Satzungsreform. Diese Reformen werden den BRH noch lange tragen.

Sie sind das Fundament, auf dem wir auch in Zukunft aufbauen können.

Und ich glaube, jeder hier im Raum weiß: Satzungsreformen sind nicht unbedingt das, wovon man nachts begeistert aufwacht. Aber du hast selbst diese Themen so erklärt, dass man irgendwann dachte: „Ja… das ergibt tatsächlich Sinn.“

Jürgen,

du erinnerst dich sicher an dieses eine Telefonat letzten Jahres. Du hast dich gemeldet und gesagt: „Hallo Herr Präsident.“

Ich habe damals gelacht und das als Scherz abgetan.

Je näher der Verbandstag rückte und mir klar wurde, dass du deinen Rücktritt wirklich ernst meinst,  desto deutlicher wurde mir: Die Verantwortung, die ich tragen werde, ist groß. Und ja – da war auch Angst. Die Angst, dem Amt nicht gerecht zu werden. Die Angst, Fehler zu machen. Die Angst, nicht genug Erfahrung zu haben. Und ganz kurz auch die Überlegung, ob man das Telefon vielleicht einfach nicht mehr abheben sollte.

Aber irgendwann habe ich verstanden: Niemand führt diesen Verband allein. Nicht du. Nicht ich. Keiner von uns.

Der BRH war immer ein Miteinander. Und genau das macht diesen Verband stark.

Dass ich heute dieses Amt übernehme, fällt mir Dank dir nun leichter, weil ich weiß, dass ich auf dem aufbauen kann, was du geschaffen hast.

  • Auf Strukturen.
  • Auf Werte.
  • Auf Vertrauen.            

Einen Menschen möchte ich an dieser Stelle aber auch noch erwähnen. Meine Frau.

Sie weiß, was dieses Amt bedeutet. Sie weiß auch, wie viel Zeit, Gedanken und manchmal auch Sorgen damit verbunden sind. Danke für deine Unterstützung,
für deine Geduld und dafür, dass du diesen Weg mit mir gehst.

Und genau mit dieser Unterstützung trete ich dieses Amt an – mit Respekt vor der Aufgabe und mit dem festen Willen, den BRH in deinem Sinne weiterzuführen, Jürgen. Denn ich weiß, dass ich jederzeit einen Joker ziehen kann. Einen Joker, der Jürgen heißt. Einen Joker, der ans Telefon geht, wenn es brennt. Der Rat gibt, wenn der Weg unklar ist. Und der vermutlich schon eine Lösung parat hat, bevor ich überhaupt die Frage fertig gestellt habe.

Danke, Jürgen.

  • Für deine Führung.
  • Für deine Klarheit.
  • Für deine Geduld.
  • Für deine Menschlichkeit.
  • Und für deine Freundschaft.

Du hast diesen Verband geprägt. Und du wirst ihn auch weiterhin begleiten. Vielleicht ohne Amt. Aber ganz sicher nicht ohne Wirkung.

Ich trete dieses Amt mit Demut an. Und mit der Zuversicht, die du mir gegeben hast.

Ich werde Fehler machen. So wie jeder von uns. Aber ich verspreche: Ich werde Entscheidungen immer mit Herz, mit Vernunft und mit Respekt treffen.

Jürgen, du hinterlässt große Fußspuren. Aber du lässt uns auch Schuhe zurück, in denen wir weitergehen können.

Zum Abschluss möchte ich noch einen Gedanken teilen.

Man kann ein Amt übergeben. Man kann eine Funktion abgeben. Aber eines kann man nicht ablegen: Die Spuren, die man hinterlassen hat. Und deine Spuren werden im BRH noch sehr lange sichtbar sein. Der BRH verliert heute einen Präsidenten. Aber wir behalten etwas viel Wertvolleres. Einen Menschen, der diesen Verband zu dem gemacht hat,
was er heute ist. Und genau deshalb, lieber Jürgen, wirst du im BRH nie wirklich ein ehemaliger Präsident sein. Sondern immer ein Teil seiner Geschichte.

Somit sind wir nicht traurig, dass es vorbei ist, sondern wir sind dir unendlich dankbar, dass wir solch einen Menschen, Kameraden, Präsidenten und vor allem Freund wie dich erleben durften.

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