Wasserortung

Taucher und Rettungskräfte stehen bei einem Ertrunkenenfall immer wieder vor den gleichen Schwierigkeiten. Mit wenigen zur Verfügung stehenden Kräften muss ein nur vage definiertes Gebiet abgesucht werden. Zudem steht ihnen für die Arbeit unter Wasser nur ein begrenzter Zeitraum zur Verfügung.

Gerade bei der Wassersuche muss in der Regel davon ausgegangen werden, dass keine Lebend- sondern nur noch eine Leichenbergung erfolgt. Unsere Hunde sind für diesen Fall speziell ausgebildet worden. Sie zeigen nicht nur lebende Personen, sondern auch Leichen unterschiedlicher Verwesungsstadien, unterhalb der Wasseroberfläche an.

Im Einsatzfall heißt dies, dass der Hund, begleitet von seinem Hundeführer, auf einem Boot mit Arbeitsplattform langsam über das Wasser gefahren wird. Sobald der Hund menschliche, zur Wasseroberfläche aufsteigende Witterung aufnimmt, zeigt er dies durch Verbellen an. In vielen Fällen suchen parallel zu den eingesetzten Rettungshunden für die Wasserortung Flächensuchhunde die Uferbereiche ab.

Beim Einsatz von Rettungshunden in der Wasserortung ergeben sich somit für die Taucher folgende Vorteile:

  • kürzere Tauchzeiten durch gezieltere Tauchgänge
  • die Taucher müssen kein gefährliches Abtasten des Grundes vornehmen

Sicherlich ist, je nach Art des Gewässers, der Strömung, der Wassertemperatur und der Witterung keine punktgenaue Ortung der ertrunkenen Person möglich. Realistisch ist allerdings eine Ortung in einem Radius von 15-20 Metern. Nach Erfahrungswerten erfolgt die Geruchsverteilung kegelförmig mit der Spitze des Kegels in der Nähe zum Opfer. 

Auf offener See mit starker Strömung, unterhalb einer geschlossenen Eisdecke, Witterungsverhältnisse mit starken Niederschlägen, Gewitter oder Sturm schließen eine effektive Wasserortung mit Rettungshunden aus.

Die Teams können bei "moderater" Witterung und sowohl bei Tag als auch in der Nacht eingesetzt werden. Hinweise wie Kleidungsstücke mit dem individuellen Geruch der vermissten Person sind nicht erforderlich. Wasserortungshunde sind so trainiert, dass jeden menschlichen Geruch anzeigen.

Nur wenige Rettungshundestaffeln des Bundesverband Rettungshunde e.V. bilden Hunde für die Wasserortung aus und bieten diese Leistung im Rahmen der Rettungshundearbeit an. Da im Bundesverband Rettungshunde e.V. keine entsprechende Prüfungsordnung für die Sparte Wasserortung existiert, sind die Mensch-Hunde-Teams nicht entsprechend der Regularien des Verbands geprüft, wie sie in den Sparten Flächen- und Trümmersuche sowie Mantrailing zur Anwendung kommen.